Sterilisation beim Kaiserschnitt

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Sterilisation beim Kaiserschnitt 2020-05-23T13:57:10+00:00

Sterilisation beim Kaiserschnitt und Sterilisationsalternativen

Viele Schwangere und werdende Väter beschäftigt vor einer anstehenden Schnittgeburt auch der Aspekt, welche langfristige Verhütungsmethode danach am besten geeignet ist. Besteht kein Kinderwunsch mehr, liegt der Gedanke an eine Sterilisation während des Kaiserschnitts nahe. Allerdings gibt es auch Alternativen. Um beides gegeneinander abwägen zu können, haben wir die wichtigsten Informationen dazu übersichtlich zusammengestellt.

Sterilisation beim Kaiserschnitt

Gut zu wissen: Eine Sterilisation der Frau ist nur sehr schwer rückgängig zu machen und es gibt keine Erfolgsgarantien auf eine erneute Schwangerschaft. Eine künstliche Befruchtung ist aber dennoch möglich!

Die Sterilisation — Durchführung, Empfängnisschutz und Hormonhaushalt

Die Sterilisation der Frau (Tubenligatur) ist eine operative Verhütungsmethode, die Schwangerschaften sehr zuverlässig verhindert. Sie lässt sich allerdings nur schwierig rückgängig machen und wenn, ist eine erneute Mutterschaft keineswegs garantiert. Hinzu kommt in diesem Fall auch noch die über die Jahre abnehmende Empfängnisfähigkeit der Frau. Eine künstliche Befruchtung wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist für sterilisierte Frauen aber weiterhin möglich.

Die Durchführung

Ob die Sterilisation während des Kaiserschnitts oder getrennt davon erfolgt, hat auf das operative Vorgehen keinen Einfluss. In beiden Fällen verödet der Arzt ein kurzes Stück der Eileiter (Elektrokoagulation) oder klemmt sie mit einem Clip ab. Dann gelangt die Eizelle nicht mehr in die Gebärmutter und das Sperma nicht mehr bis zur Eizelle, um sie zu befruchten. Stattdessen baut der Körper beide Zellarten auf natürliche Weise ab (1).

Welche Sterilisationsmethode ein Arzt auswählt, ist teilweise länderspezifisch. Während in Deutschland die Verödung am häufigsten ist, bevorzugen beispielsweise die Chirurgen in den USA die Clip-Technik.

Komplikationen aufgrund der Sterilisation sind sowohl in Verbindung mit der Schnittgeburt wie auch getrennt davon selten. Blutungen oder infektionsbedingte Entzündungen können aber vorkommen.

Verhütungsschutz und Hormonhaushalt

Die Sterilisation zählt zwar zu den sichersten Verhütungsmethoden, aber auch sie bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Ihr Sicherheitsfaktor (Pearl-Index) liegt bei 99,8 bis 99,9 Prozent. Das sind ein bis zwei ungewollte Schwangerschaften im Jahr pro 1000 erfolgter Sterilisationen (1, 2). Wenn es zu einer ungewollten Schwangerschaft nach einer Sterilisation kommt, enden diese häufiger in einer Eileiter- oder Bauchhöhlen-Schwangerschaft.

Der Hormonhaushalt profitiert von der Sterilisation, denn die Hormonproduktion der Eierstöcke und der Gebärmutter bleibt unbeeinflusst. Da keine Hormone zur weiteren Verhütung nötig sind, kehrt der Körper zu seiner natürlichen Hormonproduktion mit Eisprung und dem gewohnten Zyklusverlauf zurück. Damit verläuft auch das sexuelle Empfinden weiterhin in vertrauter Weise.

Sicherheit-sterilisation

Langzeitverhütung als Sterilisationsalternative

Vielen Frauen und ihren Lebenspartnern fällt es aus verschiedenen Gründen schwer, sich für eine Sterilisation bereits während der Schnittentbindung zu entscheiden. Auf eine zuverlässige Verhütung nach dem Kaiserschnitt müssen sie trotzdem nicht verzichten. Denn das Stichwort Langzeitverhütung bietet verschiedene Ausweichmöglichkeiten, die wir nachfolgend kurz beschreiben. Der größte Vorteil ist ihre Reversibilität – möchten Sie die Familienplanung fortführen, können Sie Langzeitverhütungsmethoden ganz bequem und kurzfristig absetzen.

Hormonspirale nach kaiserschnitt

Die Hormonspirale

Diese Sterilisationsalternative zeichnet sich durch eine hohe Verhütungssicherheit von circa 99,5 Prozent aus (3). Hinzu kommt ihre lange Liegezeit von 3 bis 5 Jahren. Die jährlichen Gesamtkosten betragen etwa 100 Euro.

Diese Spirale nutzt das Hormon Gestagen. Dieses wird über die Gebärmutterschleimhaut an den Körper weitergegeben und verdickt den Schleim im Gebärmutterhals. Hierdurch wird er undurchlässig für Spermien.

Nachteile als Sterilisationsalternative:

  • Kann erst ca. 2-3 Monate nach dem Kaiserschnitt eingesetzt werden
  • Hormone werden über die Muttermilch ans Baby weitergegeben
  • Mögliche Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit
  • Starres Gerüst und Größe der Spirale führen häufiger zu Schmerzen oder Blutungen
  • Nach Absetzen kann die Fruchtbarkeit temporär beeinflusst sein

Die Kupferspirale und die Kupferkette

Beide Produkte haben eine hohe Verhütungssicherheit, wobei die Kupferkette durch ihre effektivere Passform und Kupferoberfläche sogar noch sicherer ist als die klassische Kupferspirale (99,5 -99,9 %). Ihr gemeinsamer Vorteil ist die verhütende Wirkung ohne Hormone und das für 5 Jahre. Das Kupfer selbst wirkt spermizid und zusätzlich sorgt eine leichte Fremdkörperreaktion der Kupferspirale bzw. Kupferkette dafür, dass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Das Doppelwirkprinzip macht Kupfer zu einem sicheren Verhütungsmittel.

Als moderne Weiterentwicklung ist die Kupferkette beweglicher, kleiner und effektiver als die klassische Spirale, da die Kupferglieder auf einem medizinischen Faden aufgereiht sind. Sie kann sich so besser an die Größe und Form der Gebärmutter anpassen, insbesondere kurz nach einer Geburt. Damit die Kette dauerhaft hält, wird der Faden am oberen Ende der Gebärmutter fixiert.

Nachteile als Sterilisationsalternative:

  • Kann erst ca. 2-3 Monate nach dem Kaiserschnitt eingesetzt werden

Mehr zur Kupferkette erfahren Sie hier.

Ganz neu auf dem Verhütungsmarkt, aber dennoch jahrelang erprobt, ist die sogenannte Gyn-CS. Sie vereinbart alle Vorteile der genannten Sterilisationsalternativen und kann direkt während des Kaiserschnitts eingelegt werden. Lesen Sie folgend mehr dazu.

Sterilisationsalternative Kupferspirale oder Kupferkette

Verhütung nach dem Kaiserschnitt — die ersten Wochen ohne Schutz sind kritisch

Stillen nicht ausreichend sicher

Für die Langzeitverhütung sind Spiralen oder Ketten seit Jahren bewährt. Ein Nachteil besteht allerdings darin, dass sie frühestens sechs Wochen nach dem Kaiserschnitt in die Gebärmutter eingesetzt werden, da sie erst dann gut passen.

Diese Übergangszeiten sind unter dem Gesichtspunkt der sicheren Verhütung kritisch, zumal Stillen allein nicht verlässlich schützt. Sex ohne Empfängnisschutz während dieser Wochen kann daher schnell zu einer unerwünschten Schwangerschaft führen. Gerade nach einem Kaiserschnitt, sollte die komplette Heilung aber abgewartet werden (Laut WHO mindestens 18 Monate), bevor man wieder schwanger wird, um Komplikationen bei Folgeschwangerschaften zu verhindern.

Verhütung während des Kaiserschnitts auch ohne Sterilisation möglich?

Ja, denn seit Kurzem gibt es eine in Belgien entwickelte neue Version der Kupferkette, die bereits während des Kaiserschnitts eingesetzt werden kann (5). Dieses Produkt ist für Liegezeiten zwischen 3 und 10 Jahren konzipiert. Der Verhütungsschutz beträgt mehr als 99,5 Prozent, entspricht also der Sicherheit einer Sterilisation. Sie kann jederzeit rückgängig gemacht werden und das ganz ohne großen Eingriff. Dank der Wirkung ohne Hormone ist sie stillfreundlich und nebenwirkungsarm.

Mehr Informationen zu Gyn-CS gibt es hier: www.gyn-cs.com

Gyn-Cs die Sterilisationsalternative bei Kaiserschnitt

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Wir haben zu allen Themen rund um die Kaiserschnittgeburt Informationen, die ihnen mit der Entscheidung, den Vorbereitungen und der Nachsorge helfen sollen.