Der Kaiserschnitt Ablauf

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Der Kaiserschnitt Ablauf 2019-02-04T17:10:14+00:00

Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Der Kaiserschnitt bietet sich als Geburtsmethode an, wenn das Kind in einer ungünstigen Lage liegt oder die Mutter Angst vor einer vaginalen Geburt hat. Hierbei wird der Bauch der Schwangeren operativ eröffnet und das Baby durch den Gynäkologen auf die Welt geholt. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und kann unter örtlicher oder vollständiger Betäubung durchgeführt werden, sodass die Frau davon überhaupt nichts spürt. Danach muss sie allerdings längere Zeit mit Wundheilungsschmerzen rechnen. Doch was passiert bei einem Kaiserschnitt und welche Vorteile und Risiken birgt das jeweilige Vorgehen, wie ist der genau Kaiserschnitt Ablauf?

Die Vorbesprechung

Jeder Kaiserschnitt Ablauf beginnt mit der Vorbesprechung. Hierbei wird die Frau über Risiken des Eingriffs, das genaue Vorgehen und auch über die Art der Narkose aufgeklärt und es wird ein Termin bestimmt, der dem errechneten Geburtstermin möglichst nahekommt. Dieser Termin ist nicht nur dafür gedacht, die Vorbereitungen für die Narkose in die Wege zu leiten und den OP-Termin zu bestimmen. Jetzt kann die Schwangere ihrem Arzt und dem Anästhesisten alle Fragen stellen, die sie zu ihrem anstehenden Kaiserschnitt hat, damit sie am Tag der Entbindung mit gutem Gefühl in den OP-Saal gehen kann.

Blutuntersuchung und Narkose-Vorbereitung

Wenn es sich bei dem Kaiserschnitt um einen geplanten Eingriff handelt, dann erfolgt meist nur eine örtliche Betäubung. Damit kann sie die Geburt miterleben und gleich ihr Baby kennen lernen. Für die Mutter-Kind-Bindung ist dieses Kennenlernen gleich nach der Geburt sehr wichtig. In Frage kommen Peridural- oder Spinalanästhesie. Bei Notfällen oder anderen Gründen findet der Kaiserschnitt unter Vollnarkose statt. Bevor eine Anästhesie durchgeführt werden kann, steht eine Blutuntersuchung an, die vom Hausarzt oder den Gynäkologen spätestens einige Tage vor dem Eingriff durchgeführt werden muss. Zudem wird das Herz-Kreislauf-System untersucht und die Frau wird gefragt, ob sie Medikamente einnimmt oder Erkrankungen bestehen, die die Narkose beeinflussen könnten.

OP-Vorbereitung

Meistens wird die Patientin am Vortag des Eingriffs stationär aufgenommen. So kann das Krankenhauspersonal auch überwachen, dass sie vor dem Eingriff nichts mehr isst und maximal Wasser trinkt, sobald das erforderlich ist. Für den Kaiserschnitt werden die Schamhaare rasiert, was die Frau auch vor der Aufnahme selbst tun kann. Dann wird ein Blasenkatheter gelegt, meistens noch am Vortag der OP. Es ist aber auch möglich, das erst unter Narkose zu tun, damit die Frau davon nichts mitbekommt. Wenn sie große Angst hat, kann sie vor dem Gang in den OP-Saal ein Beruhigungsmittel bekommen. Das schadet dem Baby und der Mutter nicht. Bevor die Narkose gelegt wird, muss sie sich vollständig entkleiden und auf den Tisch legen. Sie wird sofort mit Handtüchern oder Decken zugedeckt, nur der Bauchbereich wird freigelassen. Bei einem Kaiserschnitt unter Teilnarkose, gibt es einen Sichtschutz. So sehen weder die Frau noch ihr Partner das Operationsfeld, der Sichtschutz dient aber auch dem Infektionsschutz.

Narkose

Bekommt die Frau eine Vollnarkose, wird diese meistens noch vor dem OP-Saal im Wartebereich eingeleitet. Ab jetzt wird sie nichts mehr mitbekommen, bis sie als frisch gebackene Mutter wieder aufwacht. Die Teilnarkose wird durch eine Kanüle direkt ins Rückenmark gespritzt. Zunächst erfolgt eine schnell wirksame lokale Betäubung der Einstichstelle, dann legt der Anästhesist die Kanüle. Sobald das Anästhesiemittel wirkt, beginnt der Kaiserschnitt.

Der eigentliche Kaiserschnitt-OP-Ablauf

Eröffnung des Bauchs

Der Chirurg oder der Gynäkologe eröffnen zunächst mit einem Schnitt die Bauchdecke, der heute so klein wie möglich ausfällt. Er befindet sich knapp über dem Schambein. Der heutige Kaiserschnitt Ablauf ist meistens der nach Misgav-Ladach. Geschnitten wird dabei nur die oberste Hautschicht. Alle weiteren Schichten werden vorsichtig mit den Fingern zerrissen, denn so verheilen die Wunden stabiler und komplikationsloser. Auch hält das den Blutverlust gering. Ist die Gebärmutter geöffnet, wird das Kind vorsichtig aus der Gebärmutter gehoben, abgenabelt und der Hebamme übergeben. Diese wickelt es sofort in warme Tücher und kann es der Mutter in den Arm legen, wenn sie beim Kaiserschnitt wach ist. Die beiden dürfen sich jetzt das erste Mal begegnen. Danach kommt das Baby zunächst mit der Hebamme mit, welche die ersten Tests durchführt. Währenddessen kümmern sich die Ärzte um die Mutter.

Verschluss der Bauchdecke

Nach der Geburt wird zunächst die Plazenta entfernt. Das setzt die Wochenblutungen in Gang. Die Bauchdecke wird Schicht für Schicht mit Nähten verschlossen. Heute stehen moderne Verfahren wie die Interkutannaht zur Verfügung, bei der sich die Fäden von alleine auflösen. Die Wundheilung beim geplanten Kaiserschnitt läuft üblicherweise so gut ab, dass nur eine sehr feine Narbe bleibt.

Gut zu wissen: Die Tage nach der OP

Ein weiterer Vorteil der Misgav-Ladach-Methode ist, dass die Wundheilung weniger schmerzhaft ist und die Frau meistens schneller wieder aufstehen kann. Ist die Bauchdecke verschlossen, bleibt sie zur Überwachung meist noch zwei Stunden im Kreißsaal. Sie kann jetzt ihr Baby das erste Mal stillen, die Untersuchungen durch Hebamme und Kinderarzt sind abgeschlossen. Der Blasenkatheter ist jetzt überflüssig. Kann die Frau hingegen noch gar nicht aufstehen oder leidet an Kreislaufbeschwerden, bleibt er einen weiteren Tag und wird dann herausgenommen. Einige Stunden, spätestens aber einen Tag nach dem Kaiserschnitt muss die Frau wenigstens kurz aufstehen und sich bewegen. Der Klinikaufenthalt beträgt meist vier bis sechs Tage. Das hat den Vorteil, dass die erste U-Untersuchung und Impfungen des Babys noch im Krankenhaus durchgeführt werden können. Außerdem hat die frisch gebackene Mama auf diese Weise immer eine Hebamme oder Krankenschwester zur Seite, die ihr beim Stillen oder bei der Babypflege helfen kann.

Quellen:

Stark, M.: Der Kaiserschnitt – Indikationen – Hintergründe – Operatives Management der Misgav-Ladach-Methode. Urban Fischer, München, 2009.

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